Große Motorroller-Bewertung

Treffen historischer Motorroller aus der ehemaligen Ostproduktion (1955 – 1989) als eine Reminiszenz an die erfolgreiche Produktion, welche vor 60 Jahren in Ludwigsfelde, am 02.02.1955 begann.

Bewertung, Preisvergabe und Stadtrundfahrt am 01.08.2015

Datum: 01.08.2015
Zeit: ab 13:00 Uhr
Veranstalter: Medienhaus Heck GmbH •  MC Roland Nordhausen e. V.  •  Ost Klassiker Klub Wolkramshausen e. V.

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Zur Bewertung können Motorroller angemeldet werden:

  • welche von 1955 – 1964 in der ehemaligen DDR, VEB Industriewerke Ludwigsfelde
  • bzw. von 1958 – 1989 im VEB Fahrzeug- und Gerätewerke Simson Suhl
  • sowie von 1956 – 1965 in der ehemaligen CSSR
  • und von 1957 – 1962 in der ehemaligen VR Ungarn

produziert wurden.

Hinweise:

Auf eine Bewertung von getunten Motorrollern wird grundsätzlich verzichtet.
Historische Zubehörteile wie Windschutzscheiben, Kindersitze, Seitenwagen (original nur bei Cezeta), ein- bzw. zweiachsigen Anhängern (Campi, Pav. 40/41,Moto Kuli, MKH/M3 oder MWH/RB aus dem ehemaligen VEB Metallkombinat Heldrungen) sowie zeitgemäße Kleidung werden in die Bewertung einbezogen.
Es wurden 4 Bewertungskategorien festgelegt, die jeweils mit den Plätzen 1-3 ausgestattet werden.

Der Rechtsweg für die Zulassung zur Bewertung und bezogen auf das Bewertungsergebnis ist ausgeschlossen.

Ansprechpartner für Ihre Bewerbungen:

Hubert Rein  •  Schleifweg 14   •   99735 Wolkramshausen  •  Tel..036334 50095

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Bewertungskategorien historischer Motorroller

Kategorie 1: Ehemalige DDR – Produktion, VEB Industriewerke Ludwigsfelde
Typ:

  • IWL Pitty, Bj. 1955 – 1956
  • IWL SR Wiesel  Bj. 1956 – 1959
  • IWL SR 59 Berlin, Bj. 1959 – 1962
  • IWL TR Troll 1, Bj. 1963 – 1964

Kategorie 2: Ehemalige CSSR Produktion
Typ:

  • Cezeta 501, 502 Bj. 1956 – 1964
  • Manet S 100 Bj. 1958 – 1964
  • Tatran125 Bj. 1965 – 1969
  • Jawa 50 Kleinroller 05, 20, 21

Ehemalige Ungarn Produktion
Typ:

  • Tünde Bj. 1961
  • Panni R 50 Bj. 1957 – 1962

Kategorie 3:  Ehemalige DDR – Produktion, VEB Fahrzeug- und Gerätewerke Simson Suhl
Typ:

  • Simson KR 50 Bj. 1958 – 1964
  • Simson KR 51 Schwalbe Bj. 1964 – 1968
  • Simson KR 51/1 F
  • Schwalbe, Bj. 1968 – 1980
  • Simson KR 51/2
  • Schwalbe Bj. 1979 – 1986
  • Simson KR 51/1S, Bj. 1971 –1980

Kategorie 4:  Ehemalige DDR – Produktion, VEB Fahrzeug- und Gerätewerke Simson Suhl
Typ:

  • Simson SR 50 Bj. 1986 – 1989
  • Simson SR 80 Bj. 1986 – 1988

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Tagespreis der Karte Freitag 03.08.18 - 7,00 €

Tagespreis der Karte Samstag 04.08.18 - 10,00 €

Wochenendticket (Freitag - Sonntag) - 15,00 €

Die Zahlung des Ticketpreises erfolgt per Überweisung an die in der Bestätigungsemail angegebene Bankverbindung bis spätestens 5 Tage vor Veranstaltungsbeginn.

WICHITG: Bitte achten Sie darauf, dass Ihre übermittelten Daten korrekt sind, da diese an die Einlasskontrollen an der Hauptkasse Marktpassage übermittelt werden und bei Eintreffen von den Kassiereren mit der Gästeliste abgeglichen werden. EIN EINLASS MIT IHREM VVK-TICKET IST DAHER AUS ORGANISATORISCHEN GRÜNDEN NUR AN DER HAUPTKASSE MARKTPASSAGE MÖGLICH !
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Neue Internetseite für Altstadtfest in Nordhausen

Altstadtfest 2014 - Screp Media GbRZum 20-jährigen Jubiläum des Altstadtfest 2014 hat sich der Veranstalter , das Medienhaus Heck, etwas Besonderes einfallen lassen.
Back to the Roots, zurück zum Handwerk , alten Gewerken und längst vergessenen Zeiten.
Künstler aus allen Himmelsrichtungen sollen die Besucher erfreuen. Wie damals gehen die Straßenmusiker durch die Zuschauer und sammeln Geld für ihre Arbeit.

Doch das ist nicht alles. 2014 ist nicht nur das zwanzigste Jahr des Bestehens des Altstadtfestes, sondern das 60.Jahr der Markteinführung der JAWA in Ostdeutschland, für den der Klassiker Klub e.V. Wolkramshausen und der MC Roland e.V. der Stadt Nordhausen eine alte Tradition wieder aufleben lassen.

Auch altbewährtes, wie die Nordhäuser Altstadtoriginale und Musikbands werden zu sehen sein.

In diesem Zuge der Veränderung gab der Wahlhamburger Sven Bolko Heck als Veranstalter die Neugestaltung der Homepage www.das-altstadtfest.de in die Hände einer Nordhäuser Design – und Werbeagentur, der Screp Media GbR. Und es hat sich gelohnt. Die Seite erstrahlt in einem neuen frischen Design. Sie ist übersichtlicher und gibt einen besseren Blick für die Highlights des Jahres. Besser kann es nicht sein. Um mit den Worten des Veranstalters zu reden “ Man muss den Nordhäusern eine Chance geben. Denn in ihnen steckt ein hohes Potential.“ Das dies stimmt, kann man eindrucksvoll auf der neu gestalteten Seite erkennen.

Michael Caspari / 04.02.14 / tag

Quelle: TA v. 04.02.14 – Zum Originalartikel

Jawa Treffen

Der Araber unter den Hengsten

60 Jahre Jawa „Kiewatschka” – ein motorradtechnischer Quantensprung und seine gesellschaftlichen Wirkungen

Sie waren die ersten Sandkörner im gesellschaftlichen Getriebe einer neuen Gesellschaftsform und sind nun, nach sechs Jahrzehnten, zu einer Legende geworden: die Mitglieder der ehemaligen Jawa-Klubs mit ihren schönen 350-er Jawas.

Die erste Generation der damaligen Jawa-Fahrer sind heute noch einige ergrauten Herren, alle jenseits der siebzig Lebensjahre, aber zum Teil noch sehr vital und mit
vielen Erinnerungen an eine bewegte Zeit. Sie waren im Osten die ersten Rocker, die mit ihren Motorrädern der Marke Jawa aus der ehemaligen CSSR, mit schwarzen
Helmen, verziert mit gelben Sternen, auf den Straßen und in der Gesellschaft der DDR für etwas Unruhe sorgten. Sie zogen mit ihrem Erscheinungsbild nicht nur die Augen der Frauen auf sich, sondern auch die des Gesetzes.

Weit bevor sich im westlichen Teil Deutschlands die noch heute sehr aktiven Rockerklubs etablierten, entstanden bereits in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre in zahlreichen Orten der DDR, die sogenannten Jawa-Klubs.

Schickstes Motorrad seiner Zeit im Osten

60 Jahre Jawa Kiewatschka 1Diese Ostklubs hatten in der Regel keinen eingetragenen Status, ihre Organisationsstruktur war nicht aufwendig und ein politisches Motiv war nicht sehr offensichtlich.
Aber sie verfügten über ein starkes Selbstbewusstsein und hatten ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt. Ihre Mitglieder waren zwischen 18 und 25 Jahre jung und als Kriegskinder offen für neue Herausforderungen, abseits von staatlichen Vorgaben.
Ihre jugendliche Vitalität fand in der tschechischen Marke Jawa und insbesondere mit der Jawa „Kiewatschka” (Kývacka), welche 1954 in Serie ging und bis 1974 produziert wurde, eine leidenschaftliche Verbindung.

Kein anderes Motorrad des Ostens konnte zu dieser Zeit auch nur annähernd die optischen, technischen, aber auch akustischen Parameter wie diese Neuentwicklung erfüllen, die sich besonders die damalige Jugend wünschte.
Ein Wermutstropfen aber entstand beim Blick auf den Kaufpreis von 3.592 Mark der DDR, insbesondere unter dem Gesichtspunkt eines durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens von etwa 350 Mark. Trotzdem fand dieser Einheitsmotorradtyp eine breite Käuferschicht.

60 Jahre Jawa Kiewatschka 2Übrigens nicht nur in Osteuropa, sondern auch in Ländern des Westens und in einigen Überseestaaten. Die Konstrukteure der staatlichen Jawa- Werke in der  Tschechoslowakei schufen ein optisch elegantes und leistungsstarkes Motorrad, welches mit unterschiedlich luftgekühlten Zweitakt-Motoren (125, 150, 175, 250 ccm  Einzylinder und 350 ccm Zweizylinder) ausgestattet war.

Ab dem Baujahr 1958 erfuhren diese Motorräder dann einige optische und technische Veränderungen. Die bis dahin verbauten Schwalbenschwanzauspuffe wurden durch die modernere und sportliche Zigarrenform ersetzt, die Motorleistung der 350er erhöhte
sich von 16 auf 18 PS, die Zündschlossanlage wurde vom Tank in ein neu gestaltetes Lampengehäuse integriert, die Luftfilteranlage erhielt eine aerodynamische Blechverkleidung unter der neuen sportlichen Sitzbank und das bisherige tropfenförmige Rücklicht wurde durch eine breite rechteckige Form der Zeit angepasst.

60 Jahre Jawa Kiewatschka 3Diese optisch ansprechende Form wurde durch den bekannten roten Lack, im Wechsel mit Chromflächen und goldener Linierung, noch unterstrichen. Aber auch andere Farben wie Schwarz, Grau, Weiß oder Blau kamen entsprechend der Wünsche der Großkunden zum Einsatz.
Die Verkaufszahlen beflügelten auch die tschechoslowakische Zubehörindustrie, insbesondere die Firma Velorex, die ein breites Sortiment entwickelte, so zum Beispiel die formschönen Seitenwagen, die einachsigen Anhänger Pav 40/41 sowie verschiedene Wetterverkleidungen.

Jawa-Klubs zwischen Ostsee und Thüringen

Da die Tschechen das wachsende Kaufinteresse sehr zeitnah befriedigen konnten und die Fahrzeuge in hervorragender Qualität gefertigt waren, entwickelten sich von der Ostsee bis in den Thüringer Wald rasch zahlreiche Jawa-Klubs.
Im Südharz entstand in Nordhausen ein zahlenmäßig sehr großer Klub, ein kleinerer in der Gemeinde Wolkramshausen.
Die Nordhäuser Klubmitglieder trafen sich regelmäßig im Central-Café des damaligen Filmtheaters „Neue Zeit”, die Wolkramshäuser in der ehemaligen Kinogaststätte Grabe. Dort wurden die Unternehmungen geplant und die technischen Veränderungen vorgestellt.
Da bereits kurz nach dem Beginn der Serienproduktion auch der Einsatz der neuen Jawa sehr erfolgreich im Rennsport erfolgte, war auch das Bestreben der Klubmitglieder
gegeben, analog der Cafe-Racer-Szene in London ihre Motorräder optisch und technisch zu frisieren.

60 Jahre Jawa Kiewatschka 4Berühmt und berüchtigt waren, wie in England, auch hier die illegalen Straßenrennen mit zum Teil tragischem Verlauf.
Der folgenschwerste Unfall ereignete sich beim Nordhäuser Klub am 12. Juli 1961. An diesem Tag verunglückten gleich zwei Fahrer tödlich. Ein Todesopfer, ebenfalls mit einer 350er Jawa, hatte auch der Klub in Wolkramshausen zu verzeichnen.
Für die jeweiligen Klubmitglieder waren solche Ereignisse immer schockierend. Der Unfall des Nordhäuser Klubs wurde damals durch die Verkehrspolizei mit Bezug auf die Figur des „Hugo Leichtsinn” und unter Zurschaustellung der beteiligten Unfallmaschinen öffentlich sehr stark ausgewertet. Den Nordhäuser Klubmitgliedern wurden nach
diesem Unfall die Führerscheine entzogen.
Erst öffentliche Proteste veranlassten die damalige Staatsanwaltschaft, die eingezogenen Papiere wieder zurückzugeben.
In den folgenden Jahren wechselte, insbesondere auch durch natürliche Prozesse, der ursprüngliche Mitgliederbestand und jüngere Jawa-Fahrer zogen nach.
Mitte der 1960er Jahre lösten sich die Klubs auf und der Motorsport wurde überwiegend durch den ADMV, die GST oder durch Arbeitsgemeinschaften von VEB
betrieben.

Von Hubert W. E. Rein Vorsitzender des Ost Klassiker Klubs e. V., Wolkramshausen in Thüringen